Hoffnungsschimmer…

Sorgen und Angst bestimmen gerade unseren Alltag. Was die Welt braucht, sind Hoffnungsschimmer! Christen haben eine Hoffnung, die sie der Welt nicht vorenthalten dürfen. Also machen wir was draus und teilen wir unsere Hoffnung!

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Mittwoch, 03. März 2021

Schluss mit Geduld!?

(Gedanken zu Römer 5,4)

Ungeduldig warten wir auf die Ergebnisse der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK): „Hat es bald ein Ende mit dem Lockdown? Langsam reicht es! Merkt ihr denn nicht, wie alles ‚den Bach runtergeht‘“?

Man spürt es förmlich, dass die Motivation zum geduldigen Warten auf Entscheidungen, Veränderungen und Lockerungen rapide gegen Null geht. Geduld ist nicht jedermanns Stärke, und die Ungeduldigen haben eine viel lautere Stimme und möchten sich am liebsten sofort nach vorn drängeln, um alle Privilegien auch sofort für sich zu genießen. Die Geduldigen werden nach hinten durchgereicht – und sie werden sogar dabei nicht einmal laut…

Wen die Pandemie gesundheitlich voll getroffen hat, der weiß, wieviel Geduld nötig ist, um wieder ganz gesund zu werden. Da kann man sich nicht vordrängeln oder ein paar Entwicklungsschritte einfach auslassen. –

„Durch Leiden lernen wir Geduld!“, schreibt der Apostel Paulus (Römer 5,3). Es gibt viele Arten von Leiden, nicht nur körperliche. Leiden können wir nicht regulieren oder abkürzen, sie kommen, bleiben so lang sie wollen und gehen (hoffentlich) auch wieder. Ungeduld nützt da überhaupt nichts!

„Durch Geduld kommt es zur Bewährung!“ folgert Paulus daraus. Geduld ist gegenüber Leiden steuerbar; ich kann (oder muss) sie erlernen. Erst wenn ich gelernt habe, geduldig zu sein, habe ich meine Bewährungsprobe bestanden und eine neue Form von Reife erlangt.

„Durch Bewährung festigt sich die Hoffnung! Unsere Hoffnung wird uns nicht enttäuschen!“ – In vielen Situationen steht wir in der Gefahr, die Hoffnung zu verlieren. Hoffnungslose sind verlorene Menschen, die sich und diese Welt aufgegeben haben; die nichts mehr vom Leben erwarten.

Hoffnungslos schien auch die Situation für Jesus – dort am Kreuz auf Golgatha! Doch durch sein Leiden in Geduld ist Jesus Christus der Erste, der sich in dieser Geduldsprobe – für uns – bewährt hat. Paulus setzt am Ende seines „Dreisatzes“ eine Gewissheit: „Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss.“ (Rö 5,5) – Die Liebe Gottes, die uns nicht fallen und verloren gehen lässt in der Hoffnungslosigkeit unserer eigenen Unzulänglichkeiten, ist für Paulus der Hoffnungsschimmer, der ihn durch die Leiden und Bedrängnisse seiner Zeit gehen ließ.

Diese Gewissheit der Liebe Gottes wünsche ich mir und Dir! Hab‘ Geduld!

Reiner Kutsche

(Foto: Wodicka, aus „Der Gemeindebrief“, Ausgabe 2019/2, gep Frankfurt/Main)

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Montag, 01. Februar 2021

Freut euch…

… darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

Lukas 10, 20 (Einheitsübersetzung) – Monatsspruch Februar 2021

(Bild: Wodicka, aus “Der Gemeindebrief”, Ausgabe 2019/4, gep Frankfurt/Main)

In manchen Ohren mag das angesichts der aktuellen Situation mit über 50.000 Corona-Toten in Deutschland etwas „daneben“ klingen. „Hey, ich will hier leben und jetzt, und nicht schon da oben auf der Liste stehen! Der Himmel soll noch etwas warten!“ Das soll auch kein billiger Trost sein, oder etwa zynischer Hohn gegenüber denen, die um ihre Lieben trauern.

Keine Frage: Wir lieben unser Leben (hier auf Erden) und wünschen uns dafür größtmögliche Sicherheit. Dafür schließen die Meisten sogar eine Lebensversicherung ab, wohl wissend, dass sie selbst die Auszahlung wohl nicht mehr miterleben werden.

Warum also nicht jetzt schon für uns ganz persönlich Vorsorge für Leben und Tod treffen? Das setzt natürlich voraus, dass wir darauf vertrauen, dass es nach unserem Leben auf Erden weitergeht… Aber wir vertrauen ja auch darauf, dass die Lebensversicherung hält, was sie verspricht.

Über 70 Erfahrungsberichte, dass Jesu Wort hält, was es verspricht, gehören zu diesem Zitat: Menschen, die auf die Vollmacht Jesu vertrauten, durften damals erfahren, dass ihnen Kräfte und Fähigkeiten zuteil wurden, die sie nicht für möglich gehalten hätten. 

Aber das war nicht das Wichtigste. Viel wichtiger sollte es für sie sein, dass ihr Vertrauen in die Vollmacht Jesu ihnen die Möglichkeit und Aussicht gab, wieder mit Gott „im Reinen“ zu sein; den Weg zurück zu dem geebnet zu bekommen, der uns das Leben geschenkt hat.

Jesus Christus steht zu seinem Wort – darauf dürfen wir vertrauen! Und dieses Vertrauen erlöst uns von unserer Angst, das Entscheidende im Leben zu verpassen. Mit dieser Gelassenheit dürfen wir – schon hier und jetzt – leben, komme, was da wolle!

Reiner Kutsche

(Der Text zum Download)

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Freitag, 15. Januar 2021

Dranbleiben – nicht schlapp machen!

(Gedanken zu Hebräer 10, 23ff.)

Es gibt Tage, da möchte ich am liebsten aufgeben, alles hinschmeißen, resignieren.
So wird es sicher einigen gehen in diesen Tagen: Der Corona-Lockdown greift nicht; die Todeszahlen – selbst in Lippe – steigen rasant; die Nachrichten sind voll von Unbelehrbaren, die immer nur an sich selbst, aber nicht an ihre Mitmenschen denken…

Selbst die Hoffnungsschimmer scheinen zu verblassen. Doch halt: Selbst der „glimmende Docht“ lebt noch, aber er bedarf der Hilfe von außen, um wieder brennen zu können! „Unsere Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde (und alles was darinnen ist) gemacht hat!“ (Ps 121, 2)

(Foto: Müller, aus: „Der Gemeindebrief“, Ausgabe 2007/2, gep Frankfurt/Main)

Abgesehen von der großen Verantwortung, die ER uns Menschen gegeben hat, unsere Erde (und ihre Geschöpfe) zu bebauen und zu bewahren, ist es im wahrsten Sinne des Wortes not-wendig, sich auf Gott zu verlassen und IHM zu vertrauen – und nicht uns selbst!

Im Brief an die Hebräer – einem Rundbrief an kleine, zerstreute christliche Gemeinden in einem wenig christlichen Umfeld, die sicher oft genug gleichen Grund gehabt hätten zu resignieren, aufzugeben – lese ich:

„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken…“ (Hebräer 10,23f.)
(… und wer gern Vers 25 noch dazu lesen möchte, dem sei es zum Nachdenken angeregt …)

Festhalten am Bekenntnis der Hoffnung – ja, das will ich! Auch wenn es in diesen Tagen so schwerfällt, weil wir uns nicht persönlich Mut machen und Arm in Arm stärken können.

Festhalten am Bekenntnis der Hoffnung – ja, das will ich! Denn ich hoffe und vertraue darauf, dass auch wieder die Tage kommen werden, in denen das wieder möglich ist.

Festhalten am Bekenntnis der Hoffnung – ja, das will ich! HERR, hilf mir dabei! Amen.

Reiner Kutsche

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Donnerstag, 24.12.2020 (Heiligabend)

Fürchtet euch nicht!

“Siehe: Ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.”
(Lukas 2, 10 f.)
Weihnachten in Heidenoldendorf (rk 2009)

Damals erschraken die Hirten auf dem Feld, weil plötzlich – mitten in der Dunkelheit – ein helles Licht die Nacht durchbrach. 
Heute sind wir erschrocken ob der Macht eines kleinen, unsichtbaren Virus, das unser aller Leben in seinen Bann zieht und verändert.

Doch gilt beide Male die Botschaft, die in diesen Tagen überall zu hören ist: 

Fürchtet Euch nicht!

Das heißt nicht: Sorglos und achtlos zu werden, sondern den Blick zum Wesentlichen unseres Lebens zu lenken und Vertrauen zu fassen; Vertrauen in die Macht, die uns Angst und Hoffnungslosigkeit nehmen will.

Wir feiern die Geburt unseres Herrn Jesus Christus: Gott kommt in die Welt, um uns nahe zu sein, nahe in all unseren Lebenslagen; komme, was da wolle!

Ich will darauf vertrauen, dass Jesus Frieden schaffen kann: Frieden in meinem Herzen, Frieden mit meinem Nächsten, Frieden zwischen den Völkern, Frieden in der Welt. Und ich vertraue auf die Verheißung, dass diese große Freude einmal „alle Menschen widerfahren wird“, auch denen, die jetzt davon noch nichts spüren.

Davon soll uns nichts abhalten: weder ein kleines Virus noch die anderen Ängste und Sorgen, die uns gefangen nehmen wollen. Möge Gott Euch allen diese Weihnachtsfreude und seinen Frieden schenken!

Mögen die Hoffnungsschimmer von Weihnachten Eure Augen zum Leuchten bringen.
Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest! Bleibt oder werdet wieder gesund! 
Und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Euch!

Euer Reiner Kutsche

(Der Text zum Download)

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Dienstag, 15.12.2020

Advent – Zeit der Erwartung!

Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe: Der Herr kommt gewaltig! (Jesaja 40,3.10)

Angesichts des Wochenspruchs, der über der Woche des 3. Advent steht, mögen einem in diesen Zeiten die unterschiedlichsten Gedanken kommen. In Angst und Sorge um die eigene Gesundheit hinein vermischt sich hier und da sicher auch die Frage: „Gott, was hat das alles zu bedeuten? – Was willst Du uns damit sagen?“

Bibel lesende Christen suchen die Antwort darauf beständig im Wort Gottes – und kommen dabei sehr oft zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen, geprägt durch eigene Frömmigkeit oder den Frömmigkeitsstil ihrer Gemeinde. Einigkeit herrscht dabei ebenso wenig wie bei der Einschätzung der augenblicklichen Pandemie-Lage.

Bei dem Bibelwort aus dem Jesaja-Buch mögen uns dieser Tage eher endzeitliche, apokalyptische Gedanken kommen. Angesichts von nahezu 1,7 Millionen Corona-Toten weltweit fragt man sich vielleicht: Das wievielte Siegel des Endzeitbuches, das Johannes in seinen Visionen vor sich geöffnet sah, sind denn schon gebrochen, bis das Ende über uns hereinbricht? Und wir neigen dazu, es verhindern zu wollen wie etwa unsere Klimaerwärmung. Doch ändern können wir nichts an der Souveränität Gottes!

Christen wissen um die Wiederkunft ihres Herrn – allein aus der Verheißung Jesu, die er seinen Jüngern am Tag seiner „Himmelfahrt“ gegeben hat. Sie sind darauf vorbereitet… oder sollten es zumindest sein! „Ja Herr, komm bald,“ haben sie damals gesagt; aber mit den Jahren haben wir uns hier ja ganz gut eingerichtet und dieser Wunsch verblasst eher oder vermischt sich seither mit Angst und Furcht.

Ganz anders zu den Zeiten Jesajas: Da war das Bibelwort ein Hoffnungsschimmer inmitten einer Katastrophe: Das Volk Israel – wieder einmal deportiert – sitzt in Babylon in Gefangenschaft, scheinbar weit, weit entfernt von der Gegenwart Gottes; da tritt ein Bote Gottes (Prophet) auf und macht seinem Volk neue Hoffnung: „Bereitet dem Herrn den Weg!

Unser großer, allmächtiger Gott wird in all seiner Größe und Herrlichkeit kommen und uns aus der Gefangenschaft wieder in die Freiheit führen! Die Zeit des Leidens wird ein Ende haben! Du, Israel, wirst jubeln und deinem HERRN lobsingen! Denn der HERR kommt gewaltig!“

Jerusalem – die heilige Stadt auf dem Berg, weithin sichtbar für die Welt – bereitet sich vor, damit der König der Könige wieder einziehe in sein Haus auf dem Berg Zion! – 

Unsere Lieder im Advent geben darüber Auskunft! Die Texte der Bibel weisen auf Jesus Christus hin! Wir feiern bald seinen Geburtstag und wollen IHM die Ehre geben, ungeachtet unseres „Standes“, ob als Knechte und Hirten oder als Politiker und Aristokraten: Das Kind in der Krippe ist der Heiland – der uns wieder heilt – und neue Hoffnung gibt! 

Bereitet euch vor! – Und: Keine Angst, sondern Vertrauen, dass unser Gott hilft und heilt – gerade in diesen Zeiten!

(Reiner Kutsche)

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Dienstag, 20.10.2020

Die zweite Welle

Gedanken zu Jeremia 31, 31.33

Allen Mahnungen zum Trotz, wider alle Warnungen und Appelle ist sie da – die zweite Welle!

Der Widerstand gegen die Vernunft hat sich formiert, sogar Könige und Präsidenten machen mit – sie haben nichts gelernt aus der ersten Welle, stellen ihre persönliche Freiheit über das Wohl der Gemeinschaft und ignorieren sämtliche Warnrufe, nennen sich „Querdenker“ und wittern die große Verschwörung gegen sich, wenn sie um Rücksicht und Vorsicht gebeten werden.

So kommt die zweite Welle, stärker und größer noch als je zuvor! –

Kein Wunder, dass die Mahner irgendwann einmal keine Kraft mehr haben, resigniert aufgeben wollen, weil sie schlichtweg überhört werden. Da können die Zeichenhandlungen noch so drastisch sein – verbohrte Ignoranten lassen sich weder belehren noch bekehren…

Anscheinend braucht es mehrere „Wellen“, um langsam zur Vernunft zu kommen; auch wenn es sehr schmerzhaft ist. Im Viren-ABC kommt nach A (wie Adam, der Mensch), B (wie Babylon) jetzt C (wie Corona)?

Das kommt mir in den Sinn, wenn ich die Geschichte des Propheten Jeremia lese, der wie die Jeremias unserer Tage versucht, ein Volk zur Vernunft zu bringen. Keine Chance – die zweite Welle der Verschleppung nach Babylon kommt. Aus der ersten nichts gelernt, weiter auf eigene Souveränität gepocht und die eigene Kraft und Stärke beschworen.

Was mir Hoffnung macht? – Gott gibt nicht auf! Er lässt die Seinen nicht im Stich! 

Ein Prophetenwort aus dem Buch Jeremia hören wir alle Jahre wieder gern zu Weihnachten:

„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen: … Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“ (Jeremia 31, 31.33)

(Grafik: Plassmann, aus “Gemeindebrief online”, gep Frankfurt/Main)

Dieser neue Bund heißt Jesus Christus! – Eine Veränderung unserer Herzen und Sinne kann nur ER bewirken. Daher gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass es weitergeht – trotz aller Wellen, die noch über uns kommen werden! 

Geb’s Gott, dass die Hoffnungsträger dieser Welt zum Zeichen werden können, um versteinerte Herzen und Sinne aufzuweichen! Die zweite Welle … muss doch nicht sein, oder?

(Reiner Kutsche)

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Donnerstag, 24.09.2020

„Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.“
 (Jeremia 31,9 – Monatsspruch für Oktober 2020)

Wie aus heiterem Himmel…

…ist von einem Moment auf den nächsten nichts mehr, wie es war. – Auf einen Schlag verdunkelt sich die Welt um mich herum; aus fröhlicher Hoffnung wird bitterster Schmerz.
Mir fehlen die Worte, ich könnte schreien, ich fühle aber nur noch Leere in mir. Wo ist all die Zuversicht hin, die Vorfreude, die Hoffnung, das Leben in mir?  Weg, verflogen – wie aus heiterem Himmel…

Während ich diese Zeilen schreibe, verlieren gute Freunde gerade ihr kleines Glück, ihre Hoffnung, ihre Vorfreude auf neues Leben. Viele Seiten im Buch dieses Lebens werden unbeschrieben bleiben.

Viele Seiten im Buch des Lebens werden unbeschrieben bleiben.

Kein Trost der Welt kann helfen in diesem Augenblick. Im Gegenteil: In dieser Welt stockt uns der Atem, reißen sich tiefe Risse in den ansonsten so tragfähigen Boden, der uns gerade unter den Füßen weggezogen wird.

Vor Tagen hab’ ich zu diesem Bibelwort eine ganz andere Auslegung geschrieben. Sie hatte den Tenor der Umkehr: Wie ein weinendes Kind sich in die Arme des liebenden Vaters, der liebenden Mutter zurückwirft, so können wir uns, egal wie weit weg wir waren – zurückwerfen in die liebenden Arme Gottes, und Trost empfangen.

Jetzt sehe ich nicht das weinende Kind, sondern die weinenden und trauernden Eltern, die ihr Kind in die liebenden Arme Gottes entlassen mussten, bevor sie ihm selbst all ihre Liebe schenken konnten. Und dennoch gilt auch ihnen diese Zusage: “Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.” – Was die Welt nicht kann; Gott kann! Und ER will und wird!
ER lässt die Seinen nicht im Stich.

Wir dürfen mit all unserem Leid zu Gott kommen, IHM alles vor die Füße werfen, leer sein, hadern, klagen, weinen und schreien. ER hält das aus! ER kennt den Schmerz! ER hat aus lauter Liebe sein Kind hergegeben, damit wir nicht verloren gehen in dieser Welt und ihren Abgründen. ER hat den Horizont aufgerissen und uns diesen Hoffnungsschimmer in unsere Herzen gegeben, dass selbst der Tod keine Macht, und vor allem nicht das letzte Wort hat.

Sein Sohn, Jesus, sagte einst: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“ Hinterm Horizont geht’s weiter. Das gilt für mich, für dich, für jeden, der sich IHM vertrauensvoll überlässt – und den wir IHM vertrauensvoll überlassen. Auch wenn es so verdammt weh tut. Im Band der Liebe Gottes bleiben wir vereint, komme, was da wolle. Ja, Amen: So sei es!

Reiner Kutsche

(Foto: Lotz, aus „Der Gemeindebrief“, gep/Frankfurt 2013/06)

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Dienstag, 02.06.2020

Mal sehen

(Gedanken zu Psalm 14,2)

Was hat Corona mit Gott zu tun? Ist es eine Strafe Gottes? Ist es eine Prüfung? Soll die aktuelle Situation uns nachdenklich machen? Oder hat das alles überhaupt nichts mit Gott zu tun?

Zu diesen Fragen gibt es eine ganze Menge verschiedener Antworten – und der Grat zwischen seriös und unseriös ist ziemlich schmal. Der Zeitgeist der meisten Menschen, die Gott nicht auf ihrer Liste haben, wittert „Verschwörungstheorien“. Dabei bekommt schon das eigene Nachdenken über diese Frage gleich den Beigeschmack, selbst zu dieser „unseriösen“ Gruppe derer zu gehören, die meinen, Gott könnte irgend etwas mit Corona zu tun zu haben.

Wenn schon religiös, dann doch bitte so, dass Andere nicht hinterfragt werden…

Mir leuchtet ein, dass der Zorn Gottes über seine Geschöpfe und die Strafe für gottfernes Verhalten nichts mit dem Gott der Liebe zu tun hat, der uns alle bedingungslos liebt. Aber ist Gott nur dazu da, uns ein kuscheliges Wohlgefühl zu vermitteln, in dem die Anfrage an unseren Lebensstil und unser Verhalten fehl am Platz ist?

(Grafik: Plassmann, aus: Gemeindebrief 2020/4, gep Frankfurt/Main)

Geschichte wird – je nach Persönlichkeit – anders interpretiert: Die Einen grummeln immer noch dem verlorenen Krieg hinterher, Andere sind dankbar für die Befreiung von der Diktatur. Die Einen mögen eine Heuschreckenplage als interessantes Naturschauspiel sehen, andere fragen: Warum muss ich darunter leiden und meine gesamte Existenz verlieren?

Es kommt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel ich die Dinge betrachte, die um mich herum geschehen. Und wenn wir anfangen, sie zu bewerten und zu interpretieren, will einer klüger sein als der andere. 

Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. (Psalm 14,2)

Für einen Augenblick – so scheint es – hält diese Welt den Atem an und fragt sich, was man aus der Situation lernen könnte. Ich befürchte, das hält nicht lange an. Alle sehnen sich doch danach, bald wieder so weiter machen zu können wie bisher. Business as usual, inklusive Gier nach mehr und Profit auf Kosten der Anderen. Und Gott???

Als Christ lasse ich es mir nicht nehmen, Gott zu fragen, was ER mir sagen will. Aus diesem Blickwinkel möchte ich die Welt sehen und mich von IHM hinterfragen lassen. Und noch habe ich die Hoffnung, dass ich weiterhin Menschen finde, denen es ähnlich geht. 

Reiner Kutsche

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Himmelfahrt 2020

Wenn aus Angst Hoffnung wird…

(Gedanken zu Apostelgeschichte 1, 6-14)

(Grafik: Plassmann, aus Gemeindebrief 2020/5, gep Frankfurt/M.)

Nein, nicht nur zu sechst, sondern elf und noch mehr… 

Menschen, die vorher noch ihre Türen verriegelt und verrammelt hatten aus Angst, die Obrigkeit würde neben Jesus auch noch seine Anhänger aufspüren, verhaften und sogar töten, bekommen neuen Mut:

„Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein…“ (Apg 1,8)

Dieser Geist Gottes war es, der den Anhängern Jesu damals die Angst nahm und ihnen neuen Mut schenkte. Sie standen unter Beobachtung, aber ihr Umgang mit ihren Mitmenschen „fand Wohlwollen beim ganzen Volk“, wie es etwas später heißt (Apg 2,47).

Auch wir dürfen heute Zeugen sein für die Hoffnung, die Gott uns durch Jesus Christus geschenkt hat. 

Es ist Gottes Geist, der aus unserer Angst Mut macht! Keinen Übermut, der uns zu provokanten Demonstranten verlorener Freiheit macht oder zu Denunzianten unserer Mitmenschen (wie im Cartoon). 

Vielleicht schaffen wir es – gerade in diesen Zeiten – Menschen auf den hinzuweisen, der unserem Leben neue Hoffnung und Perspektive schenken kann, bevor der „alte Trott“ uns alle wieder hat und wir darüber vergessen, dass wir durch Corona unseren Lebenswandel hätten überdenken können.

Die Tage 40 und 50 nach Ostern sind besondere Fixpunkte für Menschen, die sich von Gott inspirieren und führen lassen wollen. Nutzen wir sie!

Reiner Kutsche

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Freitag, 08. Mai 2020

Corona – Selbsttest

(Gedanken zum 1. Petrusbrief)

In diesen Tagen sind wir eingeladen, unsere „Termine mit Gott“ mit Texten aus dem 1. Petrus-Brief zu gestalten. Unser Bibelkreis diskutiert online in einer Chatgruppe gerade sehr intensiv darüber. Manche Verse könnten wir – gerade in Corona-Zeiten – auch zum Selbsttest umgestalten:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petr. 1,3)
O Erlebt meine Umwelt, dass ich gegen die Ängste und Sorgen meiner Mitmenschen Zuversicht und Hoffnung ausstrahle?

„Ehrt jedermann, habt die Brüder (Geschwister, Anm.) lieb, fürchtet Gott, ehrt den König!“  (1. Petrus 2,17)
O Wie begegne ich meinen Mitmenschen in diesen Tagen? Kann ich die Maßnahmen meiner Regierung akzeptieren?

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“
(1. Petrus 3,15)
O Kann ich meinen Mitmenschen in verständlichen, kurzen Sätzen mitteilen, worin meine Hoffnung und Zuversicht begründet liegt, die ich (hoffentlich) ausstrahle?

„Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“
(1. Petrus 4, 10)
O Kenne ich meine Gaben und Fähigkeiten, mit denen ich Anderen, die meine Hilfe brauchen, jetzt eine Hilfe sein kann? Setze ich sie ein?

„Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund.“ (1. Petrus 5, 2)
O Achte ich genügend auf meine Mitmenschen, ohne nur an mich selbst zu denken?

„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ (1. Petrus 5, 5b)
O Corona hat manche Menschen „dankbar und demütig“ für all das gemacht, was ihnen bisher im Leben geschenkt wurde, ohne eigenen Verdienst. Gehöre ich auch dazu?

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7)
O Kann ich alle meine Sorgen loslassen im tiefen Vertrauen, dass Gott für mich sorgt?

Eine Frage mit JA beantwortet? Herzlichen Glückwunsch! Du brauchst nicht nur Hoffnungsschimmer in dieser Zeit; DU BIST SELBST EINER!  

Reiner Kutsche

(Foto: Müller, Gemeindebrief 2007/02, gep Frankfurt)

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Montag, 27.04.2020

Vorbereitet auf den Tag X?

Gedanken zu Matthäus 25, 1-13

Tag X – das ist das Stichwort, bei dem die Internet-Suchmaschinen der Sicherheitsdienste jetzt wahrscheinlich reagieren werden, weil sie rechtsradikale und fundamentalistische Gruppierungen aufspüren wollen, die damit Endzeitstimmung, Angst und Panik in der Bevölkerung schüren. Manche in unserem Land erhoffen sich damit Aufmerksamkeit und Einflussnahme, um so unsere Gesellschaft besser unterwandern zu können. 

Mit dem Stichwort bin ich jetzt wahrscheinlich auch im Visier der Geheimdienste. Sei’s drum! Christen haben nicht die Absicht, die Gesellschaft zu unterwandern, obwohl ihre Gegner ihnen das seit Beginn der Jesus-Bewegung unterstellen. Wir sollten bloß nicht so töricht sein, uns unsere Sinne vernebeln und letztendlich unsere Hoffnung ausreden zu lassen!

Tag X – das ist (für Christen) nicht der Weltuntergang, sondern die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus! Jesus Christus selbst mahnt uns in seinem Gleichnis von den zehn Jungfrauen, die während der Hochzeit auf den Bräutigam warten, auf seine Ankunft gut vorbereitet zu sein (lies Matthäus 25, 1-13)

Was gut (oder auch nicht gut) vorbereitet zu sein heißt, zeigen uns die letzten Wochen und Monate. Die Krisenpläne lagen schon jahrelang in den Schubladen, ähnlich wie bei manchen die Bibel. 

Das Kreuz zeigt es an: Man sollte immer gut vorbereitet sein… (Foto: © Reiner Kutsche)

Die fünf klug handelnden jungen Frauen im Gleichnis Jesu werden „kurz vor Zwölf“ gefragt werden, ob sie nicht etwas von ihrem Vorrat abgeben können. Wer jetzt den Fokus darauf legt, wie unfair sie doch sind, die anderen fünf „im Regen stehen zu lassen“, hat den Sinn der Geschichte eben nicht verstanden!

Wir haben alle noch Zeit, uns gut vorzubereiten auf einen Tag, der – so oder so – kommen wird! Gedankenlos im „Jetzt“ zu leben und sein Leben – womöglich auf Kosten anderer – ausgiebig zu genießen, ist dumm. Christen sollten darauf hinweisen (dürfen!), gerade jetzt in diesen Tagen. 

Noch einmal: Es geht nicht um Panikmache in Endzeitstimmung! Gott will, dass wir leben; in seiner Gegenwart, in seinem Reich des Friedens! Das dürfen wir jetzt schon „üben“ und dafür reichlich Hoffnungsschimmer verteilen. Nicht umsonst spricht Jesus in seinem Gleichnis von einem Fest…

Reiner Kutsche

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Dienstag, 21.04.2020

Wer liebt, hält Abstand!

Paradoxer kann man eine Liebeserklärung doch kaum noch formulieren, oder? – Aber so unwirklich es auch klingen mag: Das ist die Liebeserklärung unserer Kirche an ihre Gemeinden! – Andere sagen: „Gemeinschaft ist ansteckend!“ – Klingt ebenso paradox, ist aber in diesen Tagen durchaus ernst gemeint – und stimmt ja in gewisser Weise auch!

(Foto: epd-Bild, Thomas Lohnes. gep Frankfurt/M.)

Genau das Gegenteil vom ursprünglich Gemeinten prägt diese unwirkliche Zeit, in der wir mit dem Corona-Virus stecken. Und diese zwei Aussagen zeigen mir, auf wie viel wir als Gemeinde Jesu Christi in diesen Tagen und Wochen verzichten müssen. Mir fehlen – wie vielen Anderen – die Begegnungen, die Nähe zu den Menschen, die Gemeinschaft miteinander, eine Umarmung… 

Und ich fürchte die Zeit, in der ich meine Mimik wegen einer Maske nur noch auf Stirn und Augen reduzieren muss. Um nicht den Humor zu verlieren, frage ich mich zwischendurch: Wie singt es sich wohl mit Schutzmaske im Gottesdienst?  —

„Wir suchen deine Nähe, wir sehnen uns nach dir und spüren doch: Wir sind nicht offen dafür. Wir sind noch so beschäftigt mit unserer kleinen Welt. Wir wollen bei dir lernen, was wirklich zählt…“ (Text aus „Erbarme dich“ von Ch. Zehendner)

Wie oberflächlich haben wir schon so oft darüber hinweg gesungen? Wir suchen Gottes Nähe, sind aber überhaupt nicht offen dafür, weil wir mit unserer kleinen Welt und ihren Problemen so beschäftigt sind.  Aber: Gott nahe zu sein, das hat viel, viel größere Dimensionen als eine Pandemie. 

In Psalm 145, 18 heißt es: „Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen; allen, die ihn ernstlich anrufen!“

Gott will dir nahe sein, aber ER drängt sich nicht auf! Gott ist uns in seinem Sohn Jesus Christus so nahe gekommen wie nie zuvor. Auch wenn es manchmal nicht so scheint – selbst Jesus schrie am Kreuz zu Gott: Warum hast du mich verlassen? – Seine Auferstehung zeigt es: ER verlässt uns nicht! Sein Angebot gilt, selbst in Zeiten eines Kontaktverbotes:

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an! Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen, und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir!“ (Offenbarung 3, 20)

Eine Zeitlang klebte an meinem Auto ein Aufkleber: „Gott ist dir näher als du meiner Stoßstange!“ – Heute könnten wir sagen: Gott ist dir näher als du mir mit deinem Einkaufswagen! — Wir sind nicht allein – nicht einmal in den schwersten Zeiten.

Reiner Kutsche

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Ostern 2020, 13.04.2020

Wenn nicht ER, wer dann?

(Gedanken zu Lukas 24,45)

Wir tun gerade alles, was in unseren Kräften steht, um uns gegen diese weltweite Pandemie zu wehren. Wir hoffen, dass wir es schaffen können, das Virus einzudämmen. Wir wollen und dürfen nicht verzweifeln, wir müssen aushalten, durchhalten. Wir schaffen das….
Und am Ende dürfen wir stolz sein, dass wir alles schaffen können. Wir, wir, wir …

Gott sei Dank heißt es noch „Wir“, und nicht „Ich, ich, ich…“ – Das wäre das Ende aller gemeinsamen Anstrengungen.

In diesem Jahr ist mir in den Osterbotschaften etwas ganz Anderes sehr nahe gegangen und wichtig geworden: Ob ich an die weinende Maria an Jesu Grab denke oder die beiden Jünger, die voller Trauer von Jerusalem nach Emmaus gewandert sind, oder an die Szene, in der Jesus seinen Jüngern begegnet…

(Foto: Wodicka, gep Frankfurt, 2019/2)

Keiner hat Jesus von sich aus erkannt! Immer ist der Auferstandene der Handelnde: ER öffnete Maria die Augen, ER gab sich den Emmaus-Jüngern zu erkennen und ER öffnete den Jüngern das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden!

ER ist es auch, der UNS heute die Augen öffnet, damit wir ihn und sein Wirken an uns und in dieser Welt erkennen können. „Was willst Du, dass ich tun soll?“ – HERR, dass ich sehen kann! – Darum will ich IHN bitten! Und dann erkenne ich all die Hoffnungsschimmer, die in meinen/unseren schweren Zeiten aufleuchten und mich motivieren, mich nicht aufzugeben, sondern weiter zu gehen.

Alles, was wir uns vornehmen, schaffen wir letztendlich nur mit SEINER Hilfe!
Auch den Kampf gegen die unsichtbaren Mächte dieser Welt!

Frohe Ostern!

(Reiner Kutsche)

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Karsamstag, 11.04.2020

Shut down? – Shut up!

(Gedanken zu Johannes 12,24)

„Mit dem Tod ist alles aus! – Sabbat, Feierabend!“ – Das war ein bitteres Ende: Golgatha, Schädelstätte…. Gott sei Dank; kein Massengrab! – Auch diese Bilder gibt es 2020: New York kann seine Toten nicht mehr würdevoll begraben.

(Foto: Nahler, gep Frankfurt/M., 2010/6)

Shut down – abgeschossen! Was für einen makabren Englisch-Kurs machen wir doch in diesen Tagen. Und wie bitter müssen wir in diesen Tagen den Tod kennenlernen: Kein Abschiednehmen, kein Trauerzug, kein letztes Geleit, kein Trost im Leid. 

„Mit dem Tod ist alles aus!“ – Mit dieser Aussicht sehen viele Menschen heute ihrer ungewissen Zukunft entgegen – und bekommen Angst, Heidenangst! Jetzt ist Sabbat, Karsamstag…

„Shut up – Halt die Klappe! Es ist noch nicht alles aus!“ – Das möchte ich all denen zurufen, die jetzt in großer Angst leben. Zwischen gestern – Karfreitag – und morgen – Ostersonntag – ist Sabbat, Tag der Grauzone zwischen Tod und Leben, zwischen Saat und Ernte.

Jesus sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

ER hat uns vorbereitet auf diesen Tag: Mit dem Tod ist noch lange nicht alles aus! ER will uns die Angst nehmen und zeigt uns einen neuen Horizont. ER hat alles durchgemacht und weiß, wovon ER spricht. Es musste so sein, damit neues Leben entstehen kann, damit die Saat aufgeht. Darauf kannst Du vertrauen! 

„Mit dem Tod ist alles aus!?“ – Shut up! Halt die Klappe!“ – Warte ab! Es geht noch weiter!

(Reiner Kutsche)

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Gründonnerstag, 09.04.2020

Wenn wir müde werden…

(Gedanken zu Matthäus 26,41)

Die Lage spitzt sich zu, die Situation wird zunehmend dramatisch. Alles Kämpfen und Durchhalten zehrt an den Kräften; alles Beten und Hoffen scheint aussichtslos. Irgendwann überkommt einen die große Leere und Müdigkeit… –

Auch wenn sie gemeinsam losgezogen sind, am Ende bleibt einer allein übrig. Die Freunde und Mitstreiter schaffen es nicht, ihm in der schwersten Zeit beizustehen und mit durchzuhalten. Ab jetzt ist Jesus auf sich allein gestellt.

„Wachet und betet, dass Ihr nicht in Anfechtung fallt!“

Dieser „Weckruf“ Jesu an seine Jünger gilt auch uns! Wach bleiben und beten, damit uns nicht doch noch die Angst überfällt und alles, was wir an Glauben und Vertrauen gewonnen haben, angesichts der Bedrohungen und Anfeindungen wieder verkümmert und vertrocknet.

(Foto: Bachmeier, gep Frankfurt, 2005/2)

Wollen will ich ja, aber können kann ich nicht – warum soll es uns anders gehen als den Jüngern? Auch in unserem Leben gibt es Zeiten, in denen wir durchhängen, müde werden, schwach sind. Vielleicht mögen uns die täglich gleichen schlechten Nachrichten, die immer noch steigenden Infektionszahlen von Covid-19, das Leid und Elend der Menschen, denen nicht geholfen werden kann, auch einfach nur müde machen und stumm werden lassen.

Das Tröstliche ist: Jesus macht seinen Jüngern in Gethsemane keine Vorwürfe – und uns auch nicht! Er kennt unsere Stärken und Schwächen, und hält dennoch zu uns! Wir wollen IHM ja die Treue halten, zu IHM stehen, IHN verteidigen, für IHN kämpfen und streiten, doch irgendwann geht doch auch uns „die Luft aus“!

Da geht es uns nicht anders als den „Profis“ (siehe Elia in 1. Könige 19,5) oder eben den engsten Mitarbeitern Jesu. ER bleibt bei uns, bleibt uns nahe, auch wenn wir müde werden!

ER stärkt uns und gibt uns neue Kraft – auch wenn unser Bitten und Flehen verstummt!

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Doch wird er nicht auslöschen!“ (Jesaja 42,1) Auch wenn unser Glaubensleben – durch welche Umstände auch immer – auf „Sparflamme“ läuft: Jesus geht seinen Weg – den schwersten ohne uns, aber – alles für uns!

Das gibt mir neue Kraft und Hoffnung – Dir auch?

(Reiner Kutsche)

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Montag, 06.04.2020

Allein mit meiner Angst!?

Gedanken zu Matthäus 26, 39

(Foto: epd-Bild, Norbert Neetz. gep Frankfurt)

Passionszeit 2020 – Leidenszeit…
In diesem Jahr werden wir in ganz besonderer Weise – spürbar – mit hineingenommen. Angst und Leid greifen um sich; Krankheit und Tod bedrohen uns. Die Passionszeit 2020 – das ist nicht mehr nur „7 Wochen ohne Süßigkeiten“. Diese Zeit hat Tiefenwirkung!

In diesem Jahr hieß die Aktion „7 Wochen ohne Pessimismus“ und sollte uns wohl helfen, manche Dinge unseres Lebens grundsätzlich positiver zu sehen. Wer hätte gedacht, dass das Thema ganz andere Dimensionen annimmt? 

Wer glaubt, alle hätten Angst, nur die Christen ständen über den Dingen, der täuscht sich. Jetzt ist wahrlich nicht die Zeit der Überheblichkeit und Arroganz, in der man diese Zeit abtun kann mit den Worten: „Wer Angst hat, der glaubt nicht genug!“ 

Diese Angst dürfen wir uns alle miteinander zugestehen! Wer die Bibel aufmerksam liest, wird spätestens im Garten Gethsemane Zeuge davon, wie unser Herr Jesus selbst eine (Pardon!) „Scheißangst“ gehabt hat. Sie zwang ihn auf den Boden und löste massive Schweißausbrüche aus. Wenn irgend möglich, sollte der „Kelch des Todes“ an ihm vorübergehen. Und diese Angst musste er mit sich allein ausmachen. Selbst seine engsten Freunde schafften es nicht, ihm beizustehen.

Wer also glaubt, Jesus würde unsere Ängste und Sorgen (auch dieser Tage) nicht kennen, der irrt sich! Jesus geht mit uns in die Tiefen unseres Lebens, selbst in die tiefsten Tiefen. Und er weiß, wie sich das anfühlt, dabei allein gelassen zu werden. 

Doch er lässt uns nicht allein damit! Er ist und bleibt bei uns, auch in dieser Zeit. Wie schwer uns das Leid auch angehen mag, dürfen wir auf eines vertrauen:
„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir! Dein Stecken und Stab trösten mich!“
(Psalm 23, 4)

Der „gute Hirte“ lässt sein Leben für die Schafe. Er lässt uns nicht im Stich! Das macht mir Hoffnung!

(Reiner Kutsche)

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Donnerstag, 02.04.2020

Trost in ängstlicher Zeit

Gedanken zu Johannes 16, 33

In der Welt herrscht zurzeit große Angst: Was wird Covid-19 alles anrichten? Wen wird es noch alles treffen? Wird es auch mich erwischen? 

„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, sagt der Volksmund. Und so bekommen wir eine Vielzahl alternativer Ratgeber serviert, die uns den Ernst der Lage klarmachen sollen, die aber auch versuchen, uns die Angst zu nehmen. Das ist gut so, denn wenn die Angst ebenso exponentiell steigt wie die Infektions-Kurve, führt das unweigerlich zur Katastrophe auf vielen Gebieten des Miteinanders. Gedankenansätze dazu liefert tagtäglich das Fernsehen und die Zeitung; das Ausmalen überlasse ich Dir…!

Fachleute werden sagen: Ein gesundes Maß an Angst gehört zu unserem Leben als Menschen mit dazu und macht uns wachsam für das, was um uns herum geschieht. Sie darf nur nicht überhand nehmen. Zur Anspannung gehört auch Entspannung. –

Anspannung – ja, das kannten auch Jesus und seine Jünger in den letzten Tagen und Stunden vor Jesu Verhaftung in Jerusalem. Jesus sprach unverblümt von dem, was den Nachfolgern Jesu alles „blühen“ wird, wenn sie ihm die Treue halten.

Womit wir Menschen seit jeher unsere Schwierigkeiten haben, ist die Akzeptanz der Welt Gottes, die wir nicht sehen können. Unsere eigenen Aussichten sind begrenzt – auf diese Welt! Und da bleibt uns die Angst erhalten!

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“, tröstet Jesus seine Jünger (und auch uns heute) mitten hinein in Ängste und Sorgen.

( Foto: Lehmann, gep Frankfurt. 2016/3)

Wie ein ängstliches Kind sich an der Hand und im Schutz seines Vaters oder seiner Mutter sicherer fühlt, so fühle ich mich sicher, wenn ich auf die Hand/das Wort Jesu vertraue in diesen Angst machenden Zeiten. Wenn Jesus uns an die Hand nehmen darf, dann hält er uns auch fest, was auch immer noch kommen mag. Ist das nicht ein Hoffnungsschimmer?
(Reiner Kutsche)

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Montag, 30.03.2020

Unsichtbarer Feind

Gedanken zu Johannes 14,1

Die Welt erschrickt und zittert vor Covid-19, dem unsichtbaren Feind! Überall lauert er, und allein die immer steigenden Zahlen in den Statistiken lassen unseren Atem stocken. Seine Auswirkungen werden jeden Tag aufs Neue in verheerenden Bildern und erschütternden Berichten in den Medien offenbart.

Dabei ist nur Wenigen vergönnt, Covid-19 zu erkennen und sichtbar zu machen. Den Meisten bleibt er verborgen, unsichtbar. Er sieht – angeblich – aus wie mein Massageball, doch wir haben ihn nicht im Griff…

Was mich erschreckt, ist die Tatsache, dass die ach so aufgeklärten Menschen von heute dem unsichtbaren Feind, den sie selbst nicht sehen können, so viel Glauben und Aufmerksamkeit schenken, dem UNSICHTBAREN FREUND aber nicht…

Der sagt uns zu: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh. 14,1)

Er war – und ist – und bleibt – der Tröster in Zeiten der Not; der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wieviel mehr dürfen wir IHM Glauben und Vertrauen schenken!

Der unsichtbare Feind macht uns Angst, der unsichtbare Freund schenkt uns Hoffnung! Auch in diesen Zeiten!

Ich lese gerade ein interessantes Buch über die weltweite Gemeinde Jesu Christi, die es schon immer mit sichtbaren und unsichtbaren Feinden zu tun hatte – bis heute! Wir Christen in der westlichen Welt haben das allerdings aus dem Blick verloren, weil wir immer meinen, alles im Griff zu haben – bis heute…

Jesus lehrte uns im „Vater Unser“ auch diese Bitte: „… und erlöse uns von dem Bösen!“ Wie gedankenlos haben wir das bisher daher geplappert, weil wir uns bisher immer selbst von dem Bösen erlöst haben – oder es uns schön gemalt und handlich gemacht haben?

Wenn Covid-19 uns was lehrt, dann doch dieses: Wir haben einen unsichtbaren Freund, der uns helfen will: Jesus Christus! – Das ist doch ein Hoffnungsschimmer in diesen Zeiten, oder? (Reiner Kutsche)

(Foto: © Reiner Kutsche)
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Freitag, 26.03.2020

Das ist erst der Anfang

Gedanken zu Markus 13, 1-13

(Foto: Wodicka, gep Frankfurt)

Passend zur aktuellen Situation stecken wir Christen beim Lesen der Bibellese dieser Tage mitten drin in den Endzeitprophezeiungen Jesu.

Schon die Tageslosungen der letzten Tage vermitteln den Eindruck, als spräche Gott jetzt gerade direkt hinein in unsere Ängste und Sorgen.

Ja, angesichts der sich überhäufenden schlechten Nachrichten, der Einschränkungen im öffentlichen Leben und der sicher nicht viel besseren Aussichten über unsere nächste Zukunft mag Endzeitstimmung aufkommen.

Wenn ich dann auch noch diesen Text lese, frage ich mich unwillkürlich: An welchem Punkt stehen wir gerade? Ist das, was wir gerade erleben und was uns so übermächtig lähmend erscheint, wirklich erst der Anfang? Was wird da noch alles kommen?

Wie sollen wir das alles durchstehen, wenn wir jetzt schon an unsere Grenzen kommen?

Unweigerlich geraten wir dabei jetzt alle an das Ende unseres beschränkten Horizonts. Manche geraten dadurch in Existenzängste und Panik, die unsere Politiker (sicher sehr begründet) zu dämpfen versuchen. Doch die nicht enden wollende Hamsterei von Dingen des täglichen Bedarfs spricht eine scheinbar deutliche Sprache. –

Was es jetzt wirklich braucht, ist Kraft, Liebe und Besonnenheit (2. Tim 1,7). Es ist gut zu wissen, wo die Quelle dafür ist. Das ist sicher jetzt unsere „Bestimmung“ als Christen, Menschen auf diese Quelle aufmerksam zu machen: „Gott will, dass allen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen!“ (1. Tim, 2,4)

Gerade jetzt merke ich, welchen Unterschied es macht, Christ zu sein: Wir dürfen eine begründete Hoffnung haben! 

Auch für uns wird die augenblickliche Lage nicht leichter sein als für alle anderen Menschen, doch wir dürfen mit einer „heiligen Gelassenheit“ Hoffnungsträger sein und sind dabei gerufen, diese Hoffnung an alle weiterzugeben, die ohne Hoffnung sind: 
Unser Blick richtet sich fest auf Jesus Christus und seine Hilfe!

Mut macht mir der Schluss-Satz dieses Abschnitts: Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig! Oder neudeutsch: Jeder, der im festen Glauben bis ans Ende durchhält, der wird gerettet!

Der Blick geht weit über den Horizont hinaus, weit über das, was wir alle von selbst nicht denken wollen und können. Diese Zusage gilt aber schon jetzt! Was auch noch kommen mag: Unser Vertrauen in Jesus Christus, unseren Retter, wird nicht enttäuscht werden! Jetzt gilt es: Durchhalten – Aushalten – Standhalten! 

Daher lasst uns nicht müde werden, die Gute Nachricht von Jesus Christus, dem Retter, allen Menschen weiterzugeben, damit sie sich entscheiden können: Hoffnungslos untergehen oder auf Jesus Christus vertrauen, der von sich sagt: Ich lebe, und ihr sollt auch leben!    (Reiner Kutsche)

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(Bildnachweis für das Titelfoto “Hoffnungsschimmer” auf der Startseite: Okapia, gep Frankfurt. 2010/5)